Blogparade: Gesünder leben

Jenny aka Ex-Studentin hat sich über ihre Gesundheit Gedanken gemacht und zur Blogparade aufgerufen. Hier befinden wir uns in einer Zwickmühle, weil Jenny ihren Beitrag zu unserer Blogparade extra für uns auf Englisch verfasst hat obwohl sie normalerweise auf Deutsch bloggt. Dementsprechend sollen wir unserer Beitrag zu ihrer Blogparade dann auf Deutsch verfassen. Das Problem damit ist, dass während die Mehrheit von Jennys Lesern wahrscheinlich genug Englisch verstehen um ihren englischen Beitrag wenigstens grob zu verstehen, gehen wir davon aus, dass viele unseren Lesern kein Deutsch können. Hier also unserer allerersten zweisprachigen Beitrag! Bitte verzeiht uns die ganzen Fehler. Die englische Version findet ihr hier.

Mrs W und Sport

Ich geb’s zu – allzu sportlich bin ich nicht. Ich kann an keinen Mannschaftssportarten teilnehmen da ich so dermaßen schlecht spiele, dass ich das Spiel für alle andere Teilnehmer verderbe. Nichtsdestotrotz ist es mir gelungen, einige Sportarten zu finden die ich nicht hasse. In den letzten 10 Jahren habe ich Joggen, Schwimmen, Yoga, den Fitnessstudio und einige nervige Fitnessvideos auf YouTube ausprobiert. Mein Erfolg hat sich in Grenzen gehalten.

Ich bin nämlich ganz gut drin, Ausreden auszudenken. Es regnet. Ich muss heute später arbeiten. Die Kinder sind krank. Und so weiter und so fort. Die Wahrheit ist, dass ich einfach nicht so gern Sport mache. Ich finde das Konzept von Fitnessstudios total schräg – viele Reihen von Leute, die wie verrückt am Laufband rennen oder ihre Muckis aufbauen als Ausgleich dafür, dass sie sich außerhalb des Fitnessstudios nicht so viel bewegen. Und da habe ich noch nichts gesagt über die großen haarigen Affen in der Ecke die einander zugrunzen und Eiweißshakes in sich hineinkippen…

Aber trotzdem bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mich eigentlich besser fühle nachdem ich Sport gemacht habe. Das Problem ist nur, dass ich seit einiger Zeit kein richtiges Sport gemacht habe und ich jetzt wieder einsteigen muss. Und zwar dringend.

Mr W und Sport

Ich finde die Idee toll, irgendein Mannschaftssport (z.B. Fußball, Handball) einmal die Woche draußen zu spielen. Ich würde sehr gerne sowas machen aber in der Realität funktioniert das bei uns einfach nicht. Kumpels von mir spielen jeden Sonntag Fußball aber für mich würde es einfach zu lange dauern um dorthin zu kommen. Und oft ist das Wetter scheiße, oder wir wollen mit den Kindern was unternehmen. Das ist für mich kein richtiger, regelmäßiger Sport. Manchmal macht es Spaß, aber manchmal ist es nur lästig – das letzte Mal als ich da war habe ich mir irgendeine Verletzung zugezogen und konnte dann zwei Wochen lang nicht richtig laufen.

Joggen: Auch nett, aber für mich kann das nicht mein Hauptsportart werden. Wenn ich viel jogge, tun mir die Knie weh (nein, nicht wegen den Schuhen). Joggen nimmt auch sehr viel Zeit in Anspruch. Sprints mag ich aber. Dein Körper so hart wie möglich arbeiten zu lassen 20-30 Sekunden lang ist ganz gesund. Hoch intensives Intervalltraining ist ein sehr interessantes Feld und es gibt zahlreiche Studien und viele Leute da draußen, die von seiner Effektivität ganz überzeugt sind (siehe: BBC: The Truth About Exercise). Für mich aber, obwohl ich mich für Joggen interessiere und auch joggen gehe wenn ich die Möglichkeit dazu habe, ist es mir nicht gelungen, Joggen zu einer Gewohnheit zu machen. Von einem Ding bin ich ganz überzeugt – richtiger Sport ist nur „richtig“ wenn man eine Gewohnheit daraus machen kann.

Krafttraining: Dies ist die einzige Sportart, die ich erfolgreich zur Gewohnheit gemacht habe. Ich gehe schon seit 7-8 Jahren ins Fitnessstudio, durchschnittlich etwa zweimal die Woche. Ich mag’s zwar nicht so gern aber ich weiß, dass es mir gut tut. Ich weiß, dass es mich gesünder macht und möglicherweise einen großen Beitrag dazu leistet, dass ich ein längeres, gesünderes Leben haben werde. Also mach ich’s einfach! Ich fühle mich auch viel besser wenn ich es mache. Ob dies psychologisch, physikalisch oder beides ist, ist mir egal. Es funktioniert!

Das Schwierigste am Fitnessstudio ist natürlich, den inneren Schweinehund zu überwinden und tatsächlich dahinzugehen. Deswegen habe ich es schon vom Anfang an in meinem Wochenablauf eingeplant:

  • Ich habe ein Fitnessstudio ausgewählt, die zwischen meinem Büro und unserer Wohnung liegt.
  • Ich habe feste Termin eingeplant, wann ich ins Fitnessstudio gehen wollte und plante alles andere danach. Man muss sich Prioritäten festlegen!
  • Ich gehe immer hin. Sei es minus 10 Grad oder plus 35 Grad, das ist mir egal. MMM nennt das Badassity.
  • Eine Zeit lang ginge ich immer in der Mittagspause hin. Es hat super geklappt! Man hat ja schließlich jeden Tag eine Mittagspause. Wieso nicht ausnutzen?

Heutzutage sind wir mehrere Monate im Jahr im Ausland. In Rumänien und in Schottland gibt es kein Fitnessstudio, die ich besuchen kann (es ist mir zumindest nicht gelungen, eine Gewohnheit daraus zu machen). Deswegen funktioniert es nicht so gut dort. Zuhause in Deutschland klappt es. Es klappt, aber ins Fitnessstudio zu gehen nimmt etwa anderthalb bis zwei Stunden in Anspruch wenn man Vorbereitung, Anfahrt und Rückfahrt mit einberechnet. Sechs Stunden pro Woche zu verbringen für Sport, die ich nicht besonders mag, scheint mir zu ineffizient. Noch dazu, Mrs W hat eigentlich kein Bock, überhaupt ins Fitnessstudio zu gehen (auch wenn die einen einjährigen Mitgliedsschaftsvertrag abgeschlossen hat – das war nicht gerade mustachian).

gesünder Leben

Foto: jago24.de

Also, wie können wir das optimieren? Die Idee ist, weniger Zeit zu verbringen und die gleiche oder sogar bessere Ergebnisse zu erzielen. Wir mussten es für Mrs W auch einfacher machen. Deswegen haben wir uns entschieden, Gewichte zu kaufen und zuhause Krafttraining zu machen. Das Ding ist vor ein paar Wochen angekommen und wir haben jeweils einen Trainingsplan gemacht.

Was hat sich verbesser?

  • Statt anderthalb bis zwei Stunden pro Trainingseinheit, brauche ich jetzt, wie angenommen circa 45 bis 50 Minuten. Also spare ich etwa drei Stunden pro Woche.
  • Mrs W hat drauss, wie gehofft eine Gewohnheit draus gemacht. Zumindest vorerst. Da wir gemeinsam trainiren, funktioniert das besser.
  • Wir werden öfter trainieren können und weniger Ausreden haben, es zu lassen.
  • Es kostet um einiges weniger als ein Fitnessstudio Mitgliedschaft.

Die Nachteile:

  • Dieser Monster braucht viel Platz in unserer Wohnung! Aber andererseits ist es das Wert, wenn man die gesundheitlichen Vorteile in Betracht zieht.
  • Man kann nicht so viele Übungen mit dieser Maschine machen wie im Fitnessstudio.
  • Wenn wir umziehen, wird es sehr schwierig zu transportieren. Oder wir setzen es in den “Stuff Cloud“.

Na gut, jetzt ist es aber da. Ob es für Mrs W langfristig klappt und ob ich damit zufrieden bin – wir werden euch auf den Laufenden halten.

Essen

Mrs W: Im Moment mache ich einen Eliminierungsdiät. Es ist ziemlich hart und macht nicht besonders viel Spaß. Letztendlich will ich herausfinden wieso meine Haut seit etwa einem Jahr immer schlechter wird. Dis Idee ist, dass man drei Wochen lang alles weglässt, was möglicherweise das Problem auslösen könnte und dann nach und nach die weggelassene Sachen wieder einführt um festzustellen, was für das Problem zuständig ist. Also momentan vermeide ich Alkohol, Koffein, Gluten, Fleisch, Milchprodukte, Sojaprodukte, Nüsse, Orangen und die meisten Öle und Soßen – ach ja, und Schokolade! Ich lebe gerade hauptsächlich von Reis und Linsen. Jetzt bin ich bei Woche 3, d.h. nächste Woche darf ich Sachen wieder einführen. Ich freue mich darauf, endlich herauszufinden was mit meiner Haut los ist.

Eliminierungsdiät beiseite, haben wir neulich ein paar erschreckende Dokus gesehen über die verheerende Auswirkungen des Konsums von Tierprodukten auf die Umwelt. Anscheinend soll es ziemlich schlecht sein. Wir haben uns schon länger überlegt, unseren Fleischkonsum zu reduzieren, sind aber nicht dazu gekommen, tatsächlich etwas zu verändern. Jetzt plane ich (meistens) vegan zu werden und Mr W hat sich bereit erklärt, die veganen Sachen die ich koche auch zu essen (unter der Bedingung, dass er ab und zu mal in die Stadt einen Burger essen kann). Da haben wir also Fortschritt gemacht. Wir sind keine großen Fans der „Tiere haben auch Gefühle, die arme Tiere“ Bewegung. Obwohl Tierquälerei und Massentierhaltung natürlich ganz schrecklich sind. Uns geht’s hauptsächlich um die Hormone und Antibiotica mit denen die Tiere in der Massentierhaltung vollgestopft werden und die Auswirkungen der Massentierhaltung auf die Umwelt.

In Rumänien ist es anders – dort essen wir die Hühner, die Mr Ws Eltern züchten. Die Hühner essen Mais und unsere Essensreste, haben genug Platz zum herumlaufen und kriegen keinerlei böse Chemikalien verpasst. Da kann man den Unterschied echt schmecken. Unseren groben Plan ist es also, in Deutschland mehr oder weniger vegetarisch bzw. vegan zu sein und in Rumänien hauptsächlich die Hühner aus Mr Ws Elterns Hof zu essen. Wir werden uns zwar nicht immer 100% daran halten, aber da machen wir uns keine Vorwürfe – 80/20 halt.

Sport und Lebenserwartung:

Mr W: Ich habe mit einem Lebenszeit-Rechner rumgespielt, die ich im Internet gefunden habe. Da muss man einige Fragen zum Lebensstil beantworten und am Ende spuckt der Rechner deine Lebenserwartung raus. Ich habe drei Berechnungen gemacht…

Hier sind die Ergebnisse mit meinen jetzigen Essensgewohnheiten (jeden Tag Fleisch):

  • Kein Sport: 83,8 Jahre
  • Sport 1-2 mal die Woche, insgesamt 1-3 Stunden die Woche: 87,1 Jahre
  • Sport 3-5 mal die Woche, insgesamt 3-4 Stunden die Woche: 88,8 Jahre

Dann habe ich mit dem Fleischkonsum rumgespielt und habe 3-5 mal die Woche Sport (3-4 Stunden die Woche) angegeben:

  • Fleisch 3-5 mal die Woche:  88,8 Jahre
  • Fleisch einmal die Woche: 92,4 Jahre

Ok, dieser Rechner kann die Zukunft nicht vorhersehen und die Berechnungen sind natürlich vereinfacht, aber es muss sich doch auf irgendwelchen statistischen Daten basieren und es hat mich echt zum Denken gebracht.

Laut diesen Zahlen, wenn ich eine kleine Veränderung in meinem Leben mache – nur einmal die Woche Fleisch – werde ich 3,6 Jahre länger leben.

Wenn du etwa gleich alt bist wie ich und den gleichen Lebensstil hast, aber kein Sport machst und regelmäßig Fleisch isst, könntest du sogar circa 8,6 Jahre länger leben wenn du dich überwiegend vegetarisch ernährst und mal dein Arsch bewegst. Denkanstoß!

Fazit

Kurz gesagt, wir wollen nicht mit 50 an Krebs oder einen Herzinfarkt sterben und obwohl wir das Risiko dafür nie ganz auf null senken können, gibt es trotzdem ein paar einfache Veränderungen die wir machen können um das Risiko eines frühen Todes erheblich zu senken. Wir arbeiten schon an unserer Ernährung und machen jetzt regelmäßig Sport und dank unserer finanziellen Freiheit ist bei uns der Stresspegel ganz bescheiden, d.h. wir schneiden bisher hoffentlich ganz gut ab. Jetzt müssen wir nur noch an Mr Ws Koffeinsucht arbeiten!