Blogparade: Geld und Partnerschaft

Blogparade: Geld und Partnerschaft

Vor einiger Zeit haben die Frauen bei Klunkerchen zur Blogparade aufgerufen. Das Thema „Geld und Partnerschaft“ finde ich sehr interessant da es voll auf uns zutrifft. Schliesslich haben wir Geld und leben in einer Partnerschaft! Zwar hat es eine Weile gedauert, jetzt aber haben wir unseren Beitrag dazu auch fertig. Da die gesamte Blogparade auf Deutsch ist fand ich es passend, auch auf Deutsch meinen Senf dazu zu geben. Bitte verzeiht mir den ganzen Rechtschreib- und Grammatikfehler! Eine englische Version findet ihr hier. Los geht’s!

Habt ihr eine gemeinsame Kasse oder regelt ihr das wie getrennt?

Sowohl als auch. Wir haben gemeinsame Konten für unsere Wohnungen. Wir haben die zusammen gekauft und es wäre extrem kompliziert, hier mit getrennten Konten zu arbeiten. Für die täglichen gemeinsamen Ausgaben haben wir auch ein gemeinsames Girokonto. Wir haben aber auch jeweils eigene Girokonten für unseren persönlichen Ausgaben. (Mr. W hat genauso wenig Interesse daran, für meine Bücher aufzukommen als ich Interesse daran habe, Mr. Ws Techniksucht zu unterstützen.) Auch unsere Depots sind getrennt. Ich schmeisse mein Geld lieber ganz konservativ in die MSCI World und denke nicht mehr daran. Mr. W hingegen investiert  auch gerne in einzelnen Aktien neben seinen ETFs. Das ist für ihn ein spannendes Spiel, aber das darf er nur mit seinem eigenen Geld machen!

Habt ihr euch verständigt, für was, wer wieviel Geld ausgeben kann? Wie sehen da eure Wertvorstellungen aus? Sind die ähnlich oder ziehen sich hier genau die Gegensätze an?

Nee, eigentlich nicht. Wir sind aber von Natur aus eher sparsam und haben keine teueren Hobbies. Von daher ist es noch nie vorgekommen, das einer von uns auf einmal richtig viel Geld ausgegeben hat und mit dem anderen dann Ärger gekriegt hat. Wir sind beide der Meinung, dass man viel Spass haben kann ohne viel Geld dafür auszugeben. Deswegen ist dieser Bereich unseren gemeinsamen Lebens recht harmonisch.

Verdient ihr unterschiedlich viel und stellt ihr einen Ausgleich her? Wenn ja, wie?

Ja! Ich verdiene im Moment gar nichts und Mr. W hat noch das aktive Einkommen von seiner Tätigkeit als Berater und das (teil)passive Einkommen von seiner Webseite. Allerdings will er seine Beratertätigkeit zum Ende des Jahres einstellen. Ich habe mich lange sehr schwergetan, kein Einkommen mehr zu haben und vom Einkommen meines Mannes zu leben. Jetzt habe ich mich aber damit abgefunden. Schließlich sitze ich nicht den ganzen Tag rum und trage nichts zur Familie bei. Wie schon erwähnt schmeiße ich auch kein Geld aus dem Fenster für Designerklamotten oder den neusten iPhone. Ich arbeite auch ganz schön hart für die Familie, mein Beitrag wird aber nicht mit Geld belohnt.

Früher hatten wir alles 50:50 aufgeteilt bis ich in der Elternzeit deutlich weniger verdient habe. Dadurch konnte ich nicht mehr die Hälfte aller gemeinsamen Ausgaben zahlen und konnte nicht mehr die Hälfte, sondern nur ein Drittel des Eigenkapitals für die letzte zwei Wohnungen aufbringen. Das war aber in Ordnung. Dadurch, dass ich weniger gearbeitet habe konnte Mr. W noch in Vollzeit arbeiten und nebenbei noch seine Webseite aufzubauen.

Wie regelt ihr das mit der Altersvorsorge und habt ihr Vorkehrungen für den Fall, dass ihr euch trennt?

Auf klassische Altersvorsorge haben wir soweit wie möglich verzichtet. Ich werde eine sehr geringe gesetzliche Rente bekommen (ab 01.12.2050!). Als Angestellte war ich etwa 10 Jahre lang dazu verpflichtet, Rentenbeiträge zu zahlen. Ich hatte auch mal eine Riesterrente und eine Betriebsrente abgeschlossen bevor ich mich mit dem Thema richtig auseinandergesetzt hatte. Die habe ich dann sofort storniert und mir auszahlen lassen als ich geblickt habe, dass die mir nichts bringen. Das Geld habe ich dann stattdessen in die MSCI World geschmissen. Mr. W hatte in jungen Jahren auch 1-2 private Rentenverträge abgeschlossen. Er durfte die aber nicht stornieren und hat die deswegen beitragsfrei gestellt.

Unsere richtige Altersvorsorge stellen unsere Wohnungen dar. Davon haben wir sechs Stück. Auch mit der hohen Besteuerung in Deutschland werden wir genung Mieteinnahmen haben um sehr komfortabel davon zu leben. Besonders hier in Rumänien wo die Lebenshaltungskosten so dermaßen niedrig sind! (Wir bekommen keinen Grundfreibetrag in Deutschland weil wir im Ausland steuerpflichtig sind).

Für den Fall, dass wir uns trennen ist in den Kaufverträgen für die Wohnungen geregelt wer wie viel von der jeweiligen Wohnungen besitzt. Von daher ist es eine ziemlich klare Sache. Für den Fall einer Trennung haben wir keine besondere Vorkehrungen getroffen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir den Besitz der Wohnungen umverteilen würden. So würde jeder z.B. statt sechs halbe Wohnungen drei ganze Wohnungen besitzen. Hoffentlich kommt es aber nie dazu!

Und für alle die, die Kinder großziehen: Wie regelt ihr das? Was gibt es da für einen Ausgleich, wenn eine Person wegen der Kinder weniger oder gar nicht arbeiten kann? Oder im Laufe des Lebens immer beruflich hinterherhinkt, eben weil da eine Lücke war, in der der Fokus nicht auf der beruflichen Laufbahn lag. Umgekehrt ist es auch spannend, wie die andere Person mit dem Druck umgeht, für eine ganze Familie das Geld heranzuschaffen. Und seid ihr abgesichert, wenn diese Person ausfallen sollte?

Wie oben schon erwähnt, gehe ich jetzt nicht mehr arbeiten und Mr. W ist gerade dabei, seine Beratertätigkeit einzustellen. Karriere an sich ist uns nicht wichtig. Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als 40 Jahre lang zu versuchen, den Karriereleiter hochzuklettern. Ich bin einfach nicht dafür gemacht, das ist nicht meine Welt.

Stattdessen liegt mein Fokus darauf, dass meine Kinder glücklich sind und zu guten Menschen heranwachsen. Ich möchte auch etwas für die Gesellschaft tun was nicht unbedingt rentabel ist aber trotzdem eine Wert hat. Viele wertvollen Sachen werden einfach nicht gemacht, weil die eben kein Geld einbringen. Das sind aber genau die Sachen, die ich jetzt gerne mache (z.B. Deutschunterricht in einem Kinderheim halten, FI Meetups organisieren wo gleichgesinnte Menschen sich austauschen können).

Jetzt, dass wir finanziell frei sind, spielt Geld keine große Rolle mehr für uns. Wir denken nicht ständig daran. Vielmehr haben wir die Zeit und den Freiraum, unsere Kinder zu genießen und unsere eigenen Projekte nachzugehen – sowohl zusammen als auch alleine. Das tut unsere Beziehung gut.